Beim 3. Puppenspielfestival im Figurentheater Grashüpfer - wie zuvor immer im Sommer - dreht sich alles um Dornröschen.  2011 war das Thema die Marionette gewesen, 2012 dann das Märchen Rotkäppchen.

26. Juli

Dornröschen im Wunderland - Rike Schubert spielt "Rosa bockt" - Premiere

Die Künstlerin hatte für ihr neues Solo-Stück ein großes Team beschäftigt. Regie: Jonas Knecht.

Ein sehr breiter Kleiderständer mit einer Menge weißer Kleider ist die königliche Kleiderkammer, König und Königin werden einfach durch ihre Kledagen dargestellt, die die Puppenspielerin von hinten bewegt. Außerdem drängeln sich eine große Rosenblüte mit Klappmaul und ein Frosch, der das gewünschte Kind ankündigt, durch die Kleidermassen, die immer mehr werden, wenn Hochzeitsgäste wie die sieben Zwerge oder König Drosselbart und dann auch noch die Feen, einschließlich der 13., dazukommen. Zuvor, wenn der König unbeholfen den Tisch decken will, sehen wir einen großen goldenen Tellerstapel - einer fällt runter, bums waren es nur noch 12 statt 13. Und die Malaise beginnt. Die 13. Fee ist zuviel, deshalb stinkig und verwünscht das Baby zu späterem Stich und Tod, was bekanntlich  eine der Feen noch in Schlaf umwandeln kann.

Die Figuren sprechen - teilweise aus der Konserve, was die Kinder sicher kaum bemerken, weil gut gemacht - eine dezent heutige Sprache. Rosa ist von der Behütung und Bevormundung ihrer Eltern genervt, will irgendwie weg, ruft provozierend die "böse" Fee, sie möge zustechen und - wird tatsächlich gestochen.

Eigentlich hätte sie sich bockig auch selber stechen können, fand ich.

Jedenfalls fällt Rike Schubert nun slow-motion-mäßig in Schlaf, denn sie spielt die Titelheldin selber. Das tut sie nicht schlecht, wenn auch ein Rest Unbehagen über die erwachsene Aktrice in der Kinderrolle bei mir blieb. Die Hauptrolle als Mensch und alles andere unterordnend mit Puppen oder Kleidern zu spielen war ... nunja nicht gerade falsch, aber auch nicht unbedingt ein bestechender Einfall. Die anwesenden Kinder nahmen es sicher einfach als gegeben hin.

Nach dem Stich kommt eine Art Traum in Alice-Manier, wo sie bis zu dessen Schluß nicht recht weiß - und auch wir erfahren es nicht - wo sie ist, auch wenn das ebenfalls ständig einschlafende Hof-Radio, ein wirkliches altes Radio, einiges redet. Dieser weitgehend im Phantastischen verbleibende Traum und die im Gegensatz dazu eher logisch strukturierte Handlung davor und danach ergaben so recht keine "Einheit der Gegensätze". Und der Umgang mit Kleidern und Puppen steigert sich in der Traumphantasie auch nicht. Daß sie goldene Scherben findet, ist ein schönes aber etwas zu beiläufiges Handlungselement - und bräuchte den Traum nicht - führt aber zu einer dann wieder überzeugenden Auflösung des Ganzen: Rosa klebt den Teller zusammen, die 13. Fee wird um Entschuldigung gebeten, es kann gefeiert werden und die Welt ist wieder in Ordnung.

Vielleicht war für mich nur nicht recht deutlich, daß der "rettende" Impuls zur Teller-Klebe-Lösung aus dem Traum kam, jedenfalls war ich über das statt des Fehlenden an "Dornröschen" Hinzugefügte nicht gänzlich befriedigt. Aber vielleicht braucht es nur ein paar deutliche Akzente. Es wurde gut und intensiv gespielt. Die kleineren Kinder blieben aufmerksam dran. Und das erwachsene Premierenpublikum klatschte laut und lange.

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Gleich am 2. Tag wurde das Festivalmotto durchbrochen: Kein Dornröschen.

27. Juli Fußtheater Anne Klinge

"Das tapfere Schneiderlein". Ich sah die anschließende Erwachsenenvorstellung mit drei kürzeren Szenen. Die Aktrice liegt auf der Bühne, die nackten Fußsohlen kriegen eine Nase, über die Zehen werden Mützen oder Perücken gezogen, das Bein bekommt Kleider, aus deren Ärmeln die Spielerhände schauen. Die Technik ist nicht neu, wird hier aber erfreulich souverän gehandhabt, man sieht in den Füßen nach kurzem tatsächlich Figuren und das Prinzip hält weitgehend wiederholungsfrei tatsächlich eine dreiviertel Stunde durch. Das kleine, der Außenhitze entronnene Publikum zeigte sich gut unterhalten und wer die Kindervorstellung zuvor gesehen hatte, wußte noch von weiteren Varianten zu berichten.

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28. Juli

Die Version von Michael Hatzius und Susanne Sogaard mußte wegen Erkrankung der letzteren ausfallen, Rike Schubert sprang mit "Rosa bockt" ein.

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31. Juli
Alle mitmachen! - Monika Parthiers "Dornröschen"
Endlich kann man bzw. Kind mal sehn, wie das geht mit dem Spinnen. Schon bevor es losgeht, geht es los, indem Monika P. am Spinnrad auf der Bühne sitzt und spinnt, richtig aus Wolle einen Faden. Manche Kinder kommen auch auf die Bühne und gucken genau hin.
Danach spielt sie die Märchen-Szenen meist nur an und läßt die Kinder spielen - unter ihrer Anleitung, die sich aber soweit zurückhält, daß kein Chaos entsteht und sie ansonsten die Kinder an den verschiedenen Figuren wohltuend machen läßt. Wenn die Bühne dann beim Auftritt von 6 Feen stark von Kindern bevölkert ist, steigen diese auch mal aus und vergessen, mitzuspielen, was sich als Spannungsnachlass auch bei den Zuschauern bemerkbar macht.
Aber das sind die Zugeständnisse, wenn man die Ankündigung "Mitspieltheater" ernst nimmt. Und das tut sie.
Die Puppen sind sehr einfach: Kopf eine bemalte Holzscheibe mit Haaren, das Ganze entweder von unten gehalten , oder von oben an einem Stock; als Arme einfach die Zipfel des Stoffs, der den Körper darstellt, an zwei Fäden. Etwas unpassend dazu ein Plastikfrosch, ansonsten alles eher kunstlos aber einheitlich und den Ansprüchen genügend. Vielleicht hätte man alles auch eher wie aus dem gesponnenen Garn umsetzen können?
Insgesamt eine geradlinige Umsetzung des Märchens
Nichts weglassen! -  Eileen Dorners "Dornröschen"
PUPPENTHEATER DORNEREI
Es kommen wirklich alle 12 Feen - wo gibt es das? Das Ganze beginnt als Schloßführung, aber mit Rücksicht auf die Kinder wird dann lange Historie mit vielen Jahreszahlen weggelassen und ganz schnell zu der Geschichte, die sich hier zugetragen hat, übergeleitet. Und die ist dann weitgehend komplett.
Der Aufbau: Eine Art große Treppe, oben ein Tor mit rotem Vorhang, welches sich als Hauptspielstätte der geschnitzten Handpuppen herausstellt. Hier also sehen wir die Wie, heraus gucken Babys Füßchen, die sich die Strümpfe abstreifen und winzige Zehen sehen läßt. So ein Detail macht das Baby konkret vor unserem inneren Auge.
Links und rechts des Treppenaufbaus ein stilisiertes Holzgeländer - ein Teil von dessen Knäufen stellt sich später als Feenköpfe heraus, durch ein Tuch komplettiert. Aber 12 mal in diesem Prinzip würde sich auch wieder abnutzen, also tauchen auch mal andere Feenpuppen auf - sowie drei Kinderfeen, d.h. Zuschauerkinder.
Die obere Treppenstufe kann leuchten und ist als Schattenspiel die Küche im Keller, mit Koch und Sohn als Schattenfiguren, wo es - angenehm unpädagogisch - auch die berühmte Ohrfeige gibt, die in allen bisherigen Versionen des Märchens weggefallen war.
Es wurde weitgehend verdeckt gespielt, aber wo das Prinzip nicht ausreichte, kam die "Schloßführerin" eben auch mal ganz locker raus und führte u.a. eine - flügellahme - Taube. Der Koch sprach Kölsch, das wirkte temperamentvoll, ansonsten fand ich alles von ein wenig gleichbleibender Spannung.
Trotzdem : Eine runde Sache!

 

31. Juli

Alle mitmachen! - Monika Parthiers "Dornröschen"

Endlich kann man bzw. Kind mal sehn, wie das geht mit dem Spinnen. Schon bevor es losgeht, geht es los, indem Monika P. am Spinnrad auf der Bühne sitzt und spinnt, richtig aus Wolle einen Faden. Manche Kinder kommen auch auf die Bühne und gucken genau hin.

Danach spielt sie die Märchen-Szenen meist nur an und läßt die Kinder spielen - unter ihrer Anleitung, die sich aber soweit zurückhält, daß kein Chaos entsteht und sie ansonsten die Kinder an den verschiedenen Figuren wohltuend machen läßt. Wenn die Bühne dann beim Auftritt von 6 Feen stark von Kindern bevölkert ist, steigen diese auch mal aus und vergessen, mitzuspielen, was sich als Spannungsnachlass auch bei den Zuschauern bemerkbar macht.

Aber das sind die Zugeständnisse, wenn man die Ankündigung "Mitspieltheater" ernst nimmt. Und das tut sie.

Die Puppen sind sehr einfach: Kopf eine bemalte Holzscheibe mit Haaren, das Ganze entweder von unten gehalten , oder von oben an einem Stock; als Arme einfach die Zipfel des Stoffs, der den Körper darstellt, an zwei Fäden. Etwas unpassend dazu ein Plastikfrosch, ansonsten alles eher kunstlos aber einheitlich und den Ansprüchen genügend. Vielleicht hätte man alles auch eher wie aus dem gesponnenen Garn umsetzen können?

Insgesamt eine geradlinige Umsetzung des Märchens

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Nichts weglassen! -  Eileen Dorners "Dornröschen"

PUPPENTHEATER DORNEREI

Es kommen wirklich alle 12 Feen - wo gibt es das? Das Ganze beginnt als Schloßführung, aber mit Rücksicht auf die Kinder wird dann lange Historie mit vielen Jahreszahlen weggelassen und ganz schnell zu der Geschichte, die sich hier zugetragen hat, übergeleitet. Und die ist dann weitgehend komplett.

Der Aufbau: Eine Art große Treppe, oben ein Tor mit rotem Vorhang, welches sich als Hauptspielstätte der geschnitzten Hand- und Stabpuppen entpuppt. Hier also sehen wir die Wiege, heraus gucken Babys Füßchen, die sich die Strümpfe abstreifen und winzige Zehen sehen lassen. So ein Detail macht das Baby konkret vor unserem inneren Auge.

Links und rechts des Treppenaufbaus ein stilisiertes Holzgeländer - manche von dessen Knäufen stellen sich später als Feenköpfe heraus, durch ein Tuch komplettiert. Aber 12 mal in diesem Prinzip würde sich auch wieder abnutzen, also tauchen auch mal andere Feenpuppen auf - sowie drei Kinderfeen, d.h. Zuschauerkinder.

Die obere Treppenstufe kann leuchten und ist als Schattenspiel die Küche im Keller, mit Koch und Sohn als Schattenfiguren, wo es - angenehm unpädagogisch - auch die berühmte Ohrfeige gibt, die in allen bisherigen Versionen des Märchens weggefallen war.

Es wurde weitgehend verdeckt gespielt, aber wo das Prinzip nicht ausreichte, kam die "Schloßführerin" eben auch mal ganz locker raus und führte u.a. eine - flügellahme - Taube. Der Koch sprach Kölsch, das wirkte temperamentvoll, ansonsten fand ich alles von ein wenig gleichbleibender Spannung.

Auch die (Un-)Logik der 100 Jahre wurde gelöst: Der Prinz ist der Enkel dessen, dem Dornröschen vorm Schlaf ein Medaillon schenkte und der es dem Enkel vererbt hat.

Alles in allem : Eine runde Sache!

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3. August

Ulli Schlotts Dornröschen

ist sehr auf ein schnell reagierendes Publikum ausgelegt, und nicht auf nur vereinzelt zwischen Erwachsenen sitzende und entsprechend zurückhaltende Kinder. Das hemmte den an sich raschen Fluß der Vorstellung ein wenig.

Gespielt auf kleiner Bühne in Schloßform mit stuhlsitzgroßer Spielfläche mit nur ca. 20 cm großen Stockmarionetten, die eher großzügig manipuliert werden, tritt der Spieler zwischendurch immer wieder in Kontakt mit dem Publikum und holt, ja erzwingt sich manchmal die benötigten Reaktionen. Und bleibt dabei immer charmant - allerdings nicht immer im gleichen Sprachduktus, märchenhaftes Ezählen wechselt mit heutigem Reden, da fällt auch mal ein "okay". Das könnte - als Absicht - dann auch wieder konsequenter sein.

Ausführlich wird die Vorgeschichte abgehandelt, der lange unerfüllte Kinderwunsch der Königin. Der König baut ihr eine Wiege - wenn Kindersachen da sind, wird das Kind schon kommen, meint er - und lenkt sie damit nicht ab, sondern im Gegenteil hin auf das versagte Kind.

Wenn Dornröschen am Ende ihren Prinz bekommt, ist sie dann auch schnell selber schwanger. Die schöne Konsequenz eines insgesamt heiteren Spiels.

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Dornröschen von Ernst Heiter

Auf der Bühne, die mit entsprechender Deko ein Zimmer vorstellt, machen sich zwei Vertreter einer Art Märchen-Erhaltungs-Initiative ans Werk, unter Benutzung der nun mal vorhandenen Möbel und Gegenstände.

Das Stück ist dem Vernehmen nach eher eine Grundlage für Improvisationen, das kam in der Spätnachmittagsvorstellung - bei wenigen Kindern mit erwachsenem Anhang - nicht so voll zum Zuge wie in der davor, wie man hört, wo sich das Publikum lautstark amüsierte. Aber das machte nichts. Die Akteure waren mit Lust bei der Sache. Und obwohl ein Großteil der Bühnen-Personage schlichte Porträt-Postkarten waren, schienen die recht kleinen Kinder durchaus gefesselt.

Im Minimalismus des Ganzen wirkte dann umso stärker, wenn der Herr der Truppe plötzlich mit Perücke, Kostümandeutung und selbstgebautem Motorrad aus Besen und Fahrradlenker als böse Fee auftrat und später - Dornröschen ist auf den Turm, das dazu umfunktionierte Kinderbett, gestiegen - durch das Kinderbett-Gitter der Dornröschenpuppe suggeriert, sich dem Spinnrad, wieder eine Postkarte, zu nähern, mit den bekannten Folgen.

Improvisation und die teilweise Annährung ans Objekttheater war die Spezifik dieser Variante. Mal sehn, was noch kommt.

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7. August

Karsten-Toni Ackermanns Dornröschen

Auf der Bühne steht im Halbdunkel eine Puppenbühne. Man sieht eine vielleicht meterbreite Öffnung und in schummrigem Licht einen Vorhang, auf dem in sepiafarbenen Tönen ein Märchenschloß gemalt ist. Und sofort ist der ganze Raum in erwartungsvolle Stimmung getaucht.

Das ganze Stück über wird dieser Spielausschnitt nicht verlassen, nur der Wetterhahn, der ein wenig die Übergänge erzählt, schaut einmal oben hinaus. Ehrlich gesagt habe ich die ganze Zeit über auf so etwas gewartet - nun war es zu sehen: Das sogenannte "normale" Puppentheater, das fast schon eine Rarität ist. Die wenigen Kinder - das Festival wurde etwas zum Opfer des Sommerwetters - waren dennoch die ganze Zeit dran, außer einem zu kleinen, und wenn die böse Fee die Arme ausbreitet und ihren Fluch spricht, schiebt sich manches Kind näher an den nächsten Erwachsenen. Dabei gibt es weder Musik noch Lichteffekt - dafür wäre keine der beiden Hände frei. Die ansonsten immer wieder auch die ebenfalls sepiablassen Vorhänge mit den verschiedenen Spielorten schieben.

Es ist eine jener Vorstellungen, über die ein unbefangener Zuschauer sicher sagen würde, er hätte mehr als zwei Puppen gleichzeitig auf der Bühne gesehen - was ja nicht sein kann. Außer bei den auf ein Brett montierten drei Feen.

Auch wenn die zahlreichen Männerstimmen ein wenig mehr abgesetzt sein könnten, ist es erstaunlich, wie Toni A. das alles bewältigt. Für mich auch bemerkenswert, wie er am Schluß nach Erweckungskuß im Turmzimmer nach jeweils Dekorationswechsel noch die verhinderte Ohrfeige Koch - Küchenjunge in der Schloßküche und aufwachenden König und Fest im Thronsaal darbietet und trotz dieser drei Schlüsse das Ganze nicht ins Schleudern oder die Langeweile gerät.

Kleine Einwürfe, wie der auch nach 100 Jahren Schlaf nicht fertige Flughafen, lockerten das Ganze für die Erwachsenen auf, ohne an den Kindern vorbei zu spielen. Die konsequent konventionelle Ausgangssituation machte kleine Brüche möglich, wie das steckenpferdartige Reittier des ersten, etwas depperten Prinzen, oder die unnaturalistischen Tippelschritte der drei Feen.

Erfreulich!

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8. August

Dornröschen en miniatur - Nicole Weißbrodt

Alles ist winzig - und die Effekte, wenn man sie so nennen kann, bedienen sich bescheidenster Mittel. Aber die Aktrice, auf kleinem Stühlchen sitzend und sich aus einem kleinen Köfferchen auf ihrem Schoß bedienend, erzählt und spielt suggestiv, gelegentlich mit dem Gesicht die kleinen Fingerpuppen ersetzend.

Im Wesentlichen aber bleibt sie bei den Püppchen - und so wird der Frosch, den sie mit eigenem, etwas "entstellten" Gesicht spielt, zum Riesenmonster. Ähnlich später dann die 13. Fee. Dafür ist Dornröschen als Baby kleiner als ein kleiner Finger.

Und so paßt die gesamte Ausstattung praktisch in zwei Hosentaschen - und vermag es trotzdem, das Publikum in den Bann zu schlagen.

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RESUMEE

Weil ein Teller fehlt, wird schließlich ein ganzer Hofstaat 100 Jahre lang lahmgelegt. Die assoziationsreiche Brisanz dieses Vorgang wurde kaum einmal entsprechend behandelt, fiel mir auf. Aber es ist wohl so: Dornröschen provoziert nicht im gleichen Maße wie das Vorjahres-Festival-Thema Rotkäppchen zu ungewöhnlichen Sichten. Und so fand sich auch keine einzige eindeutige Version für Erwachsene.

Dennoch war das Festival-Angebot variationsreich. In einem aber nicht: Fast alle spielten bei offener Bühne und sichtbarem Spieler. Rike Schuberts Version war das Bemühen anzusehen, sich weit von der Vorlage zu entfernen; einige andere blieben sehr dicht am Märchen.

Den überragenden Erfolg gab es ebensowenig wie den offensichtlichen Flop. Alle Beiträge hatten ein gutes Niveau. Und das ist nicht wenig.

Zum Thema des nächsten Jahres gibt es dem Vernehmen nach schon Überlegungen.