9.) Hans-Jochen Menzel: Auch wenns vielleicht nach Denunziation riecht: Wie einerseits mir Gerüchte ewig nachgeschickt werden, ich sei ein Chaot – bestenfalls auf Theaterkrächen von ca 1980 basierend, das „Neue“ setzte sich eben auch intern nicht reibungslos durch und natürlich erschien meine 26-jährige Radikalität vielen als Arroganz – andererseits Menzels Ausfälle vor breiter Zeugenschaft verdrängt werden, das sei hier schon mal angesprochen. Ständig hielt er Zusagen für Inszenierungen und Auftritte nicht ein, wofür er eigentlich auch bekannt ist, aber irgendwie wird das wohl dem Bild vom Genie zugeschrieben.
(Und daß ich auch diese seine Seite benenne, ließ schon wieder Leute, die es lasen,  zusammenzucken, sie über meine Motive nachdenken. Also bitte nicht denkeln, sondern DENKEN, alles wirklich Private lasse ich ja raus:
Wenn man einen Studenten für mangelnde Leistungen kritisiert, darf man schließlich auch ankreiden, daß er immer zu spät kommt! Und natürlich bin ich neidisch: Daß ein Mann, der die meiste Zeit einfach nur sein Theater mit Studenten gemacht hat, seit vielen Jahren regelmäßig ein Professorengehalt bezieht).

Hier ein schönes krasses Beispiel:
Mitte der 90er Jahre, SCHAUBUDE , damals noch unter Gerd Taube: Ca. 10 Berliner Puppenspielformationen realisieren einen Gemeinschaftsabend, aus fertigen Einzelteilen zusammengesetzt von mir als Regisseur. Jochen Menzel erscheint nicht zur Hauptprobe, nicht zur Generalprobe – als er dann zur Premiere, eigentlich schon abgesetzt, kommt, ist man ihm dankbar, daß er überhaupt kommt. Folgen für ihn: Keine.
Wie bewußt er dabei vorgeht, weiß ich nicht, aber: Mir scheint, daß er Projekte, an denen er teilnimmt, aber dann nicht absolut im Zentrum steht, durch seine Disziplinlosigkeit regelrecht von innen torpediert.
Ich erlebte ihn oft recht ungehemmt auf seinen Vorteil bedacht – gabs irgendwo Geld, Posten oder Beziehungen, griff er zu. Die Athmosphäre um ihn ist kumpelhaft, wer auf Probleme hinweist, wird zum Spielverderber.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß so ein Mann nicht auf die Dauer entsprechend auf die Studenten ausstrahlt, bzw. sah und sehe ich dafür deutliche Anzeichen.
Und wenn Menzel mich heute fernhält, dann sicher auch als unliebsamen Zeugen.
Skurrile Episode: In meinem DEFA-Film „Rumpelstilzchen“ gibt’s geheimnisvollerweise zwei Erzähler. Weil Menzel einmal nicht zum Dreh kam. Und zwar zu der wegen ihres großen Aufwandes nicht nachzudrehenden Szene. Da sprang ich ein...