17.) Das waren nicht nur kleine Nischen-Produkte:In den späten 90er Jahren spielte ich nicht nur an der Berliner Schaubühne und im vielbeachteten „Staub von Brandeburg“ unter Christoph Schroth am Staatstheater Cottbus, für das (de facto) Autor Volker Braun den Büchner-Preis bekam.
Ich spielte auch im Hinterhof: Als eher anarchischer Entertainer und „Puppenspiel-Virtuose“ (Tagesspiegel) regelmäßig im damals durchaus beachteten Hof-Schlot-Cabaret, also an der Berliner Real-Front, aber auch international immer noch in der ersten Liga, vor allem meine „Regenwürmer“-Nummer nur mit zwei Fingern als Puppen galt als Höhepunkt von Puppenspiel-Reduzierung und war sogar bei den MUPPETS gezeigt worden. Und in den 90er Jahren machten meine nur aus der nackten Hand geformten Puppen Furore – nein, nicht nur wie bei Vatis abendlichem Schattenspiel, sondern als „Glanznummern“ (Berliner Zeitung)
Meine Inszenierung des Kleistschen „Marionetten“-Textes andererseits, stilistisch eben NICHT wie bei Menzel Vervielfältigung des Personalstils in einer Gruppe, lief längere Zeit an der SCHAUBUDE (noch unter Leiter Gerd Taube):
GAUKLER, GOTT UND GLIEDERMANN nach Kleist & Storm, 1996
„...wie viel Selbstironie, Witz und wunderbar zarte Momente...“ (DIE WELT) „...unerwartet viel Charme... ungeheur präzise... Das Besondere dieser Inszenierung liegt in der unerwarteten Verbindung von traditionellem Marionettenspiel mit modernem Figurentheater... sinnliches Spiel, altmodisch und perfekt, originell und analytisch“ (TAGESSPIEGEL).


