Sie sind im Gedächtnis geblieben: Angelika Böttiger und Carmen Maja Antoni. Die beiden Filme, in denen sie agieren "Krauses Fest" und "Krauses Kur" - in der Hauptrolle der schwergewichtige Horst Krause - sind besonders wegen dieser Darstellerinnen ein Fest.

Schwarze Seelen“, absurde Farce von Peter Waschinsky. Einzige Darstellerin ist Angelika Böttiger als Frau M. Im Zimmertheater ist die zarte Person sofort präsent. Sie kommt hereingestürmt, der Raum ist erfüllt von ihrer Aura. Frau M. läßt sich einfangen vom imaginären Moderator des Fernsehens, beteiligt sich an einer Spielshow, ahnt nicht, daß schwarze Seelen im Spiele sind. Die Zuschauer lehnen sich zurück, versuchen, den Hintersinn des Stückes zu begreifen, vergessen ihn und folgen der Darbietung, die umwerfend ist. Laute Tiraden wechseln mit leisen Tönen, große Gesten mit verhaltenen Schrittchen, Theaterspiel, Puppenspiel, Dialog mit dem Fernseher, Koketterie mit dem Zuschauer, Blicke in die Augen. Blickt sie hinein oder hindurch?

Angelika Böttiger hat 1974 die Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig absolviert. Die grundsolide Ausbildung ist ihr anzumerken. Ihre Laufbahn führte über Theater in Chemnitz, Magdeburg, Dresden, Stuttgart, das Maxim Gorki Theater in Berlin und das Theater an der Parkaue, in dem sie zur Zeit in dem Stück „Beschützer der Diebe“ zu erleben ist. Sie spielte im Film, darunter „Hände weg von Mississippi“ in der Regie von Detlef Buck. Ausgezeichnet wurde sie für die Rolle der stummen Kattrin in „Mutter Courage“. Der Beruf ist ihr Berufung, ein Glück in ihrem Leben, wenn auch nicht das größte. „Ich habe zwei Kinder, auf die ich stolz bin, wenn überhaupt, dann ist das am wichtigsten“.

Im Juli ist sie für Dreharbeiten für den 3. Krause-Film unterwegs. Geplant ist ein Kleist-Abend mit Kollegin Franziska Kleinert – eventuell im Herbst. Die Böttiger ist von Kleist fasziniert. „Kleist ist so schwer zu fassen in seiner Zerrissenheit.“ Möge der Abend zustande kommen, das wünschen wir uns, auch denen, die sie noch nicht erlebt haben.

H.S.-B. (Heidrun Sölter-Bey, Redakteurin „Friedrichshagen KONKRET“)

Wir hoffen, trotz der Dreharbeiten zum neuen Krause-Film, daß wir das Stück "Schwarze Seelen" im Deutschen National-Theater Fritzenhagen noch einmal spielen können.Vor dem Kleist-Abend von Böttiger / Kleinert gibt es erst mal einen mit Waschinsky am Do. 11. August, s. Spielplan.

Kompletter Text http://www.generalanzeiger-waschinsky.de/blumen-und-tomaten-puppenspiel-und-kunstberichte/35-blumen-und-tomaten-puppenspiel-und-kunstberichte/178-darbietung-umwerfend.html