Blumen und Tomaten

Blumen und Tomaten

VON MOSKAU LERNEN ???

 VON MOSKAU LERNEN ???

 

Bukarest 2. Febr. 2026 (auf rumaenischer Tastatur ohne Umlaute geschrieben)

 

Waehrend aus Berlin permanent verbreitet wird, Puppenspielstudenten sind Berlins eigentliche Puppen-Hochkultur, bestenfalls noch der eine oder andere juengere linientreue Absolvent, und waehrend inzwischen bei Ernst-Busch-Puppe die Marionettenausbildung faktisch auf Laienniveau gesenkt wurde und das Geschehen an professionellen Puppentheatern auf die SCHAUBUDE reduziert wird (Performance, Installation), wird z.B. das Puppentheater Halle - nein, wir sind NICHT befreundet - in seiner Stadt laengst eine anerkannte kulturelle Instanz, ausgeblendet.

Worum gehts wirklich? Es geht um die Verhinderung tatsaechlich gleichberechtigter Bedingungen fuer das Genre Puppenspiel - seit Jahrhunderten in Deutschland verwurzelt, aber immer als billiges Theater der vor allem laendlichen Unterschicht. Es wird zwar inzwischen seit ca. 50 Jahren akademisch ausgebildet, aber die Kulturfaschisten von CDU und SPD strichen in Berlin nach 1989 der Schaubude ZWEI DRITTEL des Budgets - und verhinderten damit eine wirklich professionelle Arbeit, anderen Theatern vergleichbar.

 

Da schickt man doch gerne den unbezahlten Studenten-Nachwuchs an die Zuschauerfront, der darueber geschmeichelt ist. Und seit langem immer wieder zu daemlich, das als Instrumentalisierung zu durchschauen. Die neue HJ - Hirngewaschene Jugend - schiesst lieber gegen einen Kritiker wie mich. Dafuer duerfen dann bei der naechsten Puppenspiel-Aktion des DEUTSCHEN THEATERS ausschliesslich Studenten agieren.

Als von Moskau lernen noch hiess, ”siegen zu lernen”, also bis zur Gorbatschow-Aera, tat man das in der SCHAUBUDE, damals SED-nahes ”Puppentheater Berlin” ausgiebig. Spaeter im Gegenteil. Da wurde vom westlichen Objekttheater so verbissen gelernt, wie einst von den sowjetischen Stabpuppen.
Aber im Umfeld eines voellig unglaublichen Vorgangs vor fast 50 Jahren und einem erst jetzt aufgetauchten Bericht, demzufolge ich waehrend des Kalten Krieges ausgerechnet durch einen staatsnahen prominenten Russen, Sergej Obraszow, 1980 in die USA kam, 
...stosse ich zufaellig auf die Beschreibung eines Puppen-Gastspiels aus Moskau. Nicht etwa von ”kostenguenstigen” Studenten. Sondern vom hoechst professionellen Theater des besagten, inzwischen verstorbenen Sergej Obraszow.
In dessen Puppentheater - Putin hin oder her - sich viel, sehr viel getan hatte. Wovon man etwas in Badenweiler zeigte, der deutschen Stadt, in der Anton Tschechow begraben liegt und die deshalb intensive Beziehungen mit Russland pflegt. Russland ist eben nicht nur Putin.

Nein, die Moskauer Puppen kamen nicht mit einem Tschechow-Stueck nach Badenweiler. Aber den Geist von dessen sensiblen Komoedien brachten sie offensichtlich mit. Und auch wenn das eine Weile her ist, naemlich 2013, lohnt sich das Lesen, glaube ich. Frage nur ich mich, wieso dieses Gastspiel derart geheimgehalten wurde? Nicht nur, aber ganz besonders in der Puppenspielszene. Die frueheren Gastspiele des grossen Obraszow-Puppentheaters in der DDR, vor allem das von 1951, hatten hier nichts weniger als das Netz staatlicher Ensemble-Puppentheater entstehen lassen. Mit ”meinem” in Neubrandenburg waren es ab 1976 ganze 13 ! Jetzt, nach den aest-ethnischen Saeuberungen ab 1989, sind es noch ca. die Haelfte. Immerhin.

Die Magie der hölzernen Puppen / 2013 / Archiv / Pressemitteilungen / Deutsche Tschechow-Gesellschaft e.V. (DTG) / Startseite - Deutsche Tschechow Gesellschaft e.V.

 

Hier nur, um nicht als wegen Nichtbeachtung beleidigte Leberwurst zu erscheinen, eine Beurteilung durch die Abtg. Puppenspiel der HS Ernst-Busch, nachdem ich das Marionetten-Niveau kritisiert hatte
”... gehoeren Sie zu den wichtigsten und innovativsten Puppenspielern der DDR und haben auch nach der Wende grosse Anerkennung gefunden, auch als Paedagoge...”.(2024)


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