Blumen und Tomaten

Blumen und Tomaten

..............................................SIEGFRIED & die Mongolische Pferdekopfgeige

DEUTSCHES NATIONALTHEATER FRITZENHAGEN eröffnet die Sommersaison im Garten!
Breestprom. 4, Friedrichshagen - bitte anmelden, nur wenige Plätze (derzeit gelten die üblichen Bedingungen)

Noch einmal:

SIEGFRIED & die Mongolische Pferdekopfgeige

Germanisch-italienisch-mongolisches Kino & Konzert mit Veronika Otto & Peter Waschinsky

Sa. 19. Juni 20 Uhr - Spende gern

Das Siegfried-Szenarium war zunächst von Burkhart Seidemann und Volkmar Otte für das Pantomime-Ensemble des Deutschen Theaters geschrieben worden, durfte dort aber nur in "entgermanisierter", Form aufgeführt werden: "Die fremde Haut".
Ich wollte es dann bei der DEFA umsetzen, wo ich 1981 - 85 vier Puppenspielfilme - von Märchen bis Brecht - gemacht hatte, aber erst im Sommer '89 drehte ich den Siegfried-Film ohne DEFA mit allereinfachsten Mitteln, Akteuren und Puppen und eigenem Geld auf 16-mm-Film in Friedrichshagen.

Im Film wird die bekannte Geschichte etwas anders erzählt, bleibt aber sagenhaft ohne allzu direkte Zeitbezüge. Siegfrieds Wandlung ist sicher zeitlos. 

Bewußt als Stummfilm gedreht - für die Vertonung hätte auch das Geld nicht gereicht - war von vornherein Livemusik vorgesehen.
Gespielt diesmal von Veronika Otto auf Cello und Pferdekopfgeige, gibt es im ersten Teil des Abends ein Konzert mit alten Liedern, die sie in italienischen Dörfern gesammelt hat. Deren Archaik paßt bestens zum Instrument aus Fernost - ohne daß diffuses Multikulti draus wird - und zum germanischen Drachentöter.

Der Film hatte ausgerechnet am 10. November '89 Premiere. Trotzdem kamen Zuschauer. Es war dann der letzte größere unabhängige Film der DDR vor Mauerfall. Was die Friedrichshagener relativ wenig interessiert, es haben vielleicht zu wenige als Komparsen mitgespielt. Gab ja keinen Gage.
Der ungenehmigte Filmdreh mit hiesigen Gebäuden als neogotische Ritterburg, vielen Laien und wenigen Profis wie Jazzsängerin Pascal von Wroblewsky oder TV-Schauspieler Uwe Karpa war übrigens erstaunlich störungsfrei verlaufen. Vielleicht auch, weil einer der Puppenspielprofis bei der "Firma" war. Einmal kam die Polizei, von wachsamen Bürgern gerufen, war aber schnell zu beruhigen. 

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Nicht ganz so schnell zu beruhigen war kürzlich ein anderer wachsamer Friedrichshagener: Er beschwerte sich über unser "Zigeunerleben"-Plakat, und zwar bei der Kirche mit einem endlosen Vortrag. Der Schaukasten steht zwar vor derselben, aber noch immer haben nicht alle mitgekriegt, daß dort Kulturnachrichten hängen, die mit der Kirche nichts zu tun haben.
Dabei hatte nicht einmal das manchmal überkorrekte youtube was einzuwenden - die Aufzeichnung des Stückes "Zigeunerleben oder der Bär im ZK" von 2020 steht völlig unbeanstandet dort und kann weiter angesehen werden.
https://www.youtube.com/watch?v=3mHddhrFOW8
Die Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg schrieb darüber zuletzt: "Tolle Ideen und witzige Einfälle. Danke für Ihren Mut, Ihre Kraft und Ihr Durchhaltevermögen! Es nötigt mir großen Respekt ab." Und Karsten Troyke zuvor in DaT: "... ich konnte nur atemlos mitdenken, ... und mich erinnern, was ich wann zu welchem Thema einmal gedacht habe und was ich heute denke. Mehr kann man von Theater kaum verlangen."
Wer immer noch "Zigeuner" für unanständig hält, sollte mal lesen, was sie selber dazu sagen, anders als gewisse Sinti-Funktionäre, z.B.: 
https://www.ksta.de/koeln/interview--zigeuner---eine-art-zu-leben--5018246