Blumen und Tomaten

Blumen und Tomaten

UNWICHTIGES ZUM FRÜHLINGSANFANG

Heute mal schon am Anfang der Hinweis: Kommentare gerne - einfach oben über Kontakt mailen

 

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GLückwunsch zum IKARUS, Berliner Kindertheaterpreis 2025, für 2 von 4 Stücken aus dem Puppentheaterbereich.
Auf dem Foto zur Produktion der SCHAUBUDE ein großes Team von 12 Personen - auf der Bühne EINE EINZIGE. Ist Solo die Ausnahmeform für Ausnahmetalente wie die sicher verdienten Preisträger Josephine Hock oder Daniel Wagner? Oder gängige breite Billig-Praxis für ein nach wie vor diskriminiertes Genre? Was mit diesem Preis - sicher von den Jurys nicht direkt beabsichtigt - aufs Neue legitimiert wird
https://www.jugendkulturservice.de/de/theater/ikarus/ikarus-2025/ 

 

Zu Hocks "Bär. Ein Zeitzeuge erzählt" steht "Als Irenes Teddybär sich fragt, ob er genug getan hat – ob er gegen die Deportation von Irenes jüdischer Großmutter hätte einschreiten können – steht plötzlich die Frage nach Zivilcourage im Raum."

Hm. Wie steht es denn mit der Zivilcourage von Hock, Co und dem Schaubudenteam zu den dort "verbotenen" Stücken wie die 3 über Puppenspielersohn Willy Blum, in Auschwitz ermordet? Als Sinto nicht ganz so wichtiges Opfer wie Irenes jüdische Großmutter? Wenn Hock usw. heute nur schweigt, um nur ja ihr Karrierchen nicht zu gefährden, was sollte da ein Teddy gegen Nazis machen?

 

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DIE WAHRE KÜNSTLERIN

Maja Komorowska, geb. 1937, ist ein polnischer Superstar, z.B. durch einige Filme des legendären Andrej Wajda. In ihrem Wikipedia-Artikel wird auch ausführlich ihr Anfang geschildert: Als Studentin des Puppenspiels an der entsprechenden Schule und als Puppenspielerin am Puppentheater, beides in Krakow. Soweit das.
Tilla Kratochwil, geb. 1974, nicht ganz so berühmt, spielte immer mal wieder prägnante Nebenrollen im deutschen Film und größere an Schauspieltheatern. Daß sie an der Hochschule Ernst Busch nicht Schau- sondern Puppenspiel studiert hat, verschweigt ihr Wikipedia-Artikel. 
Daß dadurch ihre regelmäßige Arbeit im Puppenspiel erscheint wie bei anderen heimliche Prostitution, ist für mich das eigentlich Anstößige, besonders, wenn sie Puppenspiel unterrichtet. An ihrem Talent als Schau- wie Puppenspielerin zweifle ich übrigens nicht. 
Nun hat sie mit Studenten ein Stück über Frauen inszeniert, die ihre Aufgaben als Hausfrauen usw. bestreiken. Ernsthaftes Anliegen oder Trend? Ich habe sie etwas zu ausführlich ihr Puppenspielersein bestreiken erlebt, um diese Frage jetzt nicht zu stellen. Da wurde vom Team der Studentin Kratochwil geradezu brutal versucht, die Ernst-Busch-Puppenspielabteilung auf "Schauspiel mit etwas Puppenspielfärbung" umzurüsten. In einer Zeit von Schauspieler-Schwemme und Puppenspielermangel. Damals hat sie quasi auch verweigert, figürliches Marionettenspiel zu lernen - was sie inzwischen aber auch unterrichtet hat. Kann eben jeder.
Die Krakauer Puppenspielschule übrigens, nachdem alle Absolventen Schauspieler geworden waren, wurde längst geschlossen. Die Berliner war immer wieder latent Hilfs-Schauspielschule. 

 

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Premiere im Neuköllner Puppentheatermuseum
​​​​​​​Giulietta

ist der Venedig-Akt aus Jaques Offenbachs Oper "Hoffmanns Erzählungen". Allround-Macher Georg Jenisch macht daraus ein angenehm kurzes Marionettenspiel, wo ein Holzgerüst mit Plattformen kniehoch über dem Boden die Lagunenstadt anschaulich macht, durch die verschiedene Gestalten huschen: Große Tuchmarionetten mit Kopf und dünnen Armen - aber keinen Beinen. Das kommt dem Geisterhaften entgegen. Bei dem die Zuordnung der Figuren zu ihren Singstimmen aus der Konserve manchmal ebenso vage bleiben darf wie die Geschichte.
Dennoch empfiehlt sich, diese vorher zu vermitteln.
Das wahrscheinlich Wichtigste: Vier semiprofessionelle Spieler-innen agieren sichtlich gern gemeinsam - im Gegensatz zum Üblichen in der vereinzelungssüchtigen Berliner Puppenspielszene.

 

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SCHAUBUDE: THE SCHARLATAN-DIKTATOR FOR EVER?
(Achtung, hier gehts NICHT um die blaue Partei)

 

Man stelle sich vor: Kriegsende 1945, die Alliierten haben Deutschland noch nicht geteilt und einigen sich auf freie Wahlen SOFORT. Die Deutschen finden, daß abgesehen von Holocaust (den sie ignorieren) und Krieg der Beginn 1933 gar nicht so schlecht war: Ruhe und Ordnung nach dem Weimarer Chaos, Arbeit für alle usw.. Wen jetzt wählen? 
Da meldet sich die NSDAP. Will die Juden jetzt in Ruhe lassen - es gibt ja auch kaum noch welche - und auch keinen Krieg führen, jedenfalls nicht Richtung Moskau. 
Warum also jetzt nicht die NSDAP nochmal wählen, will sich ja bessern.? Gesagt, getan, ganz demokratisch.
Soweit die Fiktion.

 

Schaubude 2026: 10 Jahre lang, 2014 bis 2024, gab es unter dem kaum ausgewiesenen Tim Sandweg ausschließlich Performance, Installation, Objekttheater. Puppentheater ist quasi eliminiert, professionelles mit dafür zusammengestelltem Ensemble (wie 1993 bis 1997 regelmäßig unter Gerd Taube) sowieso.
Die Szene ist kleingemacht und hält still, die in Berlin dominierenden Puppenspielstudenten, denen Vergangenheit, auch jüngere,  unbekannt und egal ist, bestimmen die Stimmung. Z.B. gegen eine letzte kritische Stimme.
Jedenfalls: Der für Zerstörung verantwortliche Schaubuden-Chef signalisiert Veränderung, will sich und die Schaubude bessern, läßt wieder Puppenspiel zu, vor allem von angepaßter Jugend.
Den "Demokraten" in der Kulturpolitik ist Kasperletheater sowieso egal, sie lassen es wie immer laufen.
Also darf der Zerstörer Sandweg weitermachen. 
Keine Fiktion!

PS: Einzige Reaktion aus der Puppenszene auf diesen Text wird wohl wieder sein: "Nehmen Sie mich aus dem Verteiler!"

 

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Im französischen Film "Der grosse Wagen" (arte-Mdiathek) gehts um eine Puppenspielerfamilie.  Ich finde das Ganze etwas unprägnant zwischen Nostalgie und Realismus angesiedelt und habe ausnahmsweise nicht bis zum Ende geguckt. 

Beeindruckt war ich vor allem vom still-faszinierten Kinderpublikum in einer Vorstellung. In der kaum Sensationelles auf der Puppenbühne geschah. Nur normales Handpuppenspiel.
Bemerkenswert: Die Puppenspieler werden von Schauspielern dargestellt und man sieht sie in einigen Totalen beim Spielen. Daß es Kontakte des (Film-) Teams zur realen Puppenspielszene gab, ist dem Internet zu entnehmen - und es ist zu merken, daß die Schauspieler vorbereitet wurden.
Ihr Puppenspiel ist jedenfalls handwerklich keinesfalls schlechter als vieles, was ich von Puppenspiel-Studierten kenne.  

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Von unserem Spion aus Charleville-Meziers
(wo sich das Internat. Puppenspiel-Institut und die entspr. Nationalhochschule ESNAM befinden)

Von den fast 40 Vorstellungen die wir im Rahmen des sogenannten „Weltfestivals des Puppenspiels“ gesehen haben, kamen in gerade mal einer Produktionen Puppen im engeren Sinne vor (10 Minuten Handpuppen Intermezzo in einem sonst 1-stündigen Stück). Ansonsten „nur“ Objektgewackel, Schauspiel Labertheater, Tanz“performance“ und einiges anderes, wofür mir mit aller Phantasie keine Sparte einfällt. Als ich sagte, dass sich auf diesem Festival das Puppentheater selbst abschafft, war der Shitstorm nicht mehr aufzuhalten.

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UKRAINE ZU RUSSLAND - PUPPE ZU SCHAUSPIEL?

"Die Bevölkerung der besetzten Teile der Ukraine will selber zu Rußland gehören", signalisierte mir ein Liedermacher-Kollege. 
Hm. Wenn das so ist, sieht natürlich einiges anders aus.
Aber: Bei meinen wenigen Sowjetunion-Besuchen habe ich bemerkt, daß nichtrussische Gebiete intensiv mit Russen durchmischt wurden. Ist das vielleicht der Grund für eine prorussische Stimmung dort? Und warum bombardiert man dann diese angeblichen Pro-Russen?
Mich erinnerts daran, wie Puppenspielbereiche mit "genrebreit" Gesinnten aufgefüllt wurden, z.B. bei HS Ernst-Busch-Puppe. Die dann ganz "innovativ" und "multimedial" aus Puppen- Schauspieltheater machten. Ganz EINmedial.
Was einer Astrid Grießbach, die am Puppentheater Wismar "Welttheater", sprich Schauspiel machte, bis weder Puppen- noch Schauspiel, sonder  g a r  nichts mehr da war, kaum verübelt wurde. Anders als mir, der ich mich gegen Ähnliches wandte, Ich sage: Wenn der Tischler unbedingt Schlosser sein will, bitteschön. Aber NICHT, wenn er neben mehreren Schlossereien auch die einzige Tischlerei zur Schlosserei umbauen will!
Nicht verstanden? Dann jetzt das Ganze nochmal mit Deutschen und Muslimen...